Vorgeschichte
Ursprünglich war der Mount als der „Graue Fels im Wald“ bekannt, bis der Meeresspiegel stieg, was bis zu 2000 Jahre vor Beginn der Zeitrechnung geschehen sein kann. Der Mount wurde dadurch eine Gezeiteninsel, die zu Fuß nur bei Ebbe erreicht werden konnte, wie es bis heute, ähnlich dem Mont St Michel in Frankreich, der Fall ist. Man glaubt, dass dieser Anstieg des Meeresspiegels stattfand, als auch das antike Land der Lyonesse verschlungen wurde, und uns nur die wunderschönen und magischen Scilly-Inseln hinterließ. Interessanterweise war Guinevere, die legendäre Braut von König Artus, als Prinzessin von Lyonesse bekannt und residierte möglicherweise auf St Michael’s Mount, als man annahm es sei eine alte Festung.
Die Römer
Es gibt einige Belege aus den alten klassischen Schriften der Römer, dass Marazion zur Zeit der Phönizier ein bedeutendes Zentrum des Zinnhandels war. Heutzutage lässt sich das geschäftige Treiben der Menschen vom Mittelmeer nur schwer vorstellen, die sich am Strand versammelten, um Handel zu treiben und im Anschluss daran durch die klassische Welt von Sokrates, Aristoteles und das Römische Reich reisten. Vielleicht ist die hohe Anzahl der St Michael’s Mount Besucher bloß eine Fortführung der Pilgerfahrt und des Handels, die durch die Geschichte unserer wunderschönen Insel fortdauerte.
Die normannische Eroberung
Der Halbbruder von Wilhelm der Eroberer, Robert Graf von Mortain, wurde nach der normannischen Invasion zum Grafen von Cornwall gemacht. Zu dieser Zeit wurde der Mount das Eigentum von Mont St Michel. In 1144 wurde die 1135 begonnene Kirche durch Robert, dem Bischoff von Exter, geweiht. In 1193 nahm Henry de la Pomeroy, ein Verbündeter des Prinzen Johann, den Mount in seinen Besitz. Als Richard Löwenherz von seinem Kreuzzug zurückkehrte, entsandt er eine starke Truppe, um den Mount zu belagern. Als er erkannte, dass die Sache aussichtslos war, ließ sich de la Pomeroy zu Tode verbluten, eine Tat nach dem Gesetz, die die Gültigkeit seines Testaments sicherstellte. Dieses beinhaltete einen Nachlass an die Mönche von St Michael’s Mount.
Der 11. September ist ein bedeutendes Datum, nicht nur für die Zerstörung der Zwillingstürme in New York. An diesem Datum im Jahre 1275 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben den Mount, welches bekanntermaßen auch für die Zerstörung der St Michael’s Kirche in Glastonbury sowie für viele weitere Gebäude verantwortlich war.
Durch den Hundertjährigen Krieg mit Frankreich lockerte sich der Griff, den die französischen Mönche auf den Mount hatten und durch ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz in 1414 übernahm Heinrich V die Kontrolle der ausländischen Priorate inklusive des St Michael’s Mount, das er dem Brigettine Kloster der Syon Abbey übergab. In 1442 überließ Heinrich VI den Mount dem King’s College in Cambridge. Als Eduard IV aus dem Haus York ihn stürzte, wurde es wieder dem Kloster der Syon Abbey übergeben.
England während der Tudorzeit
In 1473 eroberte der Graf von Oxford den Mount und hielt sechs Monate lang einer Belagerung durch 6000 Kämpfer stand. Schließlich ergab er sich und wurde in Calais inhaftiert, kehrte aber zurück, um Heinrich Tudor dabei zu helfen, Richard III zu stürzen. Die letzten Kleriker auf dem Mount wurden in 1548 als Folge der Klösterauflösungen durch Heinrich VIII pensioniert.
Die spanische Armada hielt sich während ihrer Invasion in 1588 vom Mount fern, da sie befürchtete, dass es stark befestigt sei (was sich später als Irrtum herausstellte, da der Mount nur zwei Gewehre besaß!). Stattdessen marschierten sie in Mousehole ein und zerstörten bis auf ein Haus alle Gebäude ehe sie wieder zu ihren Schiffen zurückkehrten. In 1599 verkaufte Elizabeth I den Mount an den Grafen von Salisbury. Während des Bürgerkrieges wurde der Mount durch den zweiten Grafen stark befestigt und nach seinem Tode gab sein Bruder Arthur den Mount in 1646 auf, da das royalistische Bestreben als verloren galt.
Die Familie St Aubyn kaufte in 1720 den Mount von Sir Francis Bassett und residiert dort bis heute. Im 18. Jahrhundert renovierten sie die Kirche und erneuerten den Hafen und trugen so zur Wiederbelebung des Dorfes bei.
Viktorianische Restaurierungen
In 1755 wurde Marazion von einem 3 Meter hohen Tsunami getroffen, ausgelöst durch das Erdbeben von Lissabon am 1. November. Im 19. Jahrhundert wurde das Design von Piers St Aubyn zur Restaurierung des Mounts als eines der größten Errungenschaften der Architektur des 19. Jahrhunderts beschrieben. Es ist in der Tat eine wunderschöne Stätte und sieht aus jedem Blickwinkel völlig anders aus.
Der dritte Lord St Levan übergab den größten Teil des St Michael’s Mount dem National Trust. Die St Aubyn Familie behielt jedoch ein 999-jähriges Pachtverhältnis, um die Burg zu bewohnen. Modernisierung und Renovierung dauern noch bis heute an.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von West Cornwall Photos, einem einzigartigen Fotoblog von West Cornwall.








